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Haas & Co. Magnettechnik

Arbeitsbedingungen für Wanderarbeitende verbessern und Fluktuation reduzieren

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Nachdem es eine hohe Fluktuation insbesondere unter Wanderarbeitenden bei einem seiner chinesischen Zulieferbetriebe bemerkte, arbeitete das deutsche KMU Haas & Co. Magnettechnik – ein Produzent magnetischer Folien und Bänder mit knapp 30 Mitarbeitenden – gemeinsam mit dem Zulieferer an der Verbesserung von Arbeitsbedingungen.

Das Unternehmen führte ein umfassendes Mapping seiner Magnetlieferkette durch, um mögliche Risiko-Hotspots zu identifizieren. Dabei zeigte sich unter anderem, dass einer der Zulieferer von Haas & Co. aus China sich rund um das chinesische Neujahrsfest mit starken Personalengpässen konfrontiert sah. Ein Großteil der Belegschaft bestand aus Wanderarbeitenden, von denen bis zu 40% nach den Neujahrsfeierlichkeiten bei ihren Familien in anderen Provinzen nicht an den Arbeitsplatz zurückkehrten. Um diese Engpässe auszugleichen, musste die Fabrik ungelernte Arbeiter:innen einstellen, was jedoch negative Auswirkungen auf die Produktqualität hatte und zu hohen Kosten für Neuproduktion führte. Nachdem Haas & Co. im Rahmen von vor-Ort-Besuchen mangelhafte Sicherheits- und Unterbringungsstandards festgestellt hatte, überzeugte das KMU seinen Zulieferer, gemeinsam in bessere Arbeits- und Lebensbedingungen der Wanderarbeitende zu investieren. Dabei konnte Haas & Co. auf seine langjährige Beziehung zu dem Zulieferbetrieb aufbauen und auf die Vorteile hinweisen, die sich auch aus geschäftlicher Sicht aus Investitionen in das Wohlergehen der Belegschaft ergeben.

Bereits nach einem Jahr zeigte sich, dass auch kleine Schritte mit relativ geringem finanziellem Aufwand, wie etwa die Anschaffung von persönlicher Schutzausrüstung, dem Einbauen von Notschaltern an Maschinen oder die Renovierung von Unterkünften, merkliche positive Wirkung zeigten. So konnte der Zulieferbetrieb die Rückkehrquote von Wanderarbeitenden auf heute bis zu 90% erhöhen. Steigerungen in der Mitarbeitendenzufriedenheit gingen einher mit Verbesserungen der Produktqualität und Produktivität. Für Haas & Co. wiederum zeigte der Prozess, dass auch kleine Firmen Arbeitsbedingungen in Lieferketten positiv beeinflussen können, selbst wenn ihnen das Einflussvermögen größerer Akteure fehlt. Seitdem hat das Unternehmen Menschenrechtsaspekte in seine Einkaufsbedingungen integriert. Außerdem sensibilisiert es seine Zulieferbetriebe für die Bedeutung, die Menschenrechte nicht nur für Beschäftigte sondern auch für Unternehmen haben können.

https://eu2020-reader.bmas.de/de/globale-lieferketten-globale-verantwortung/auf-dem-weg-zu-fairen-magneten-ein-deutsches-familienunternehmen-im-portraet/

https://www.faz-institut.de/wp-content/uploads/sites/2/2021/08/10-LOW-WEB-HAAS-V-03-2021.pdf

Disclaimer

Die Praxisbeispiele nehmen keine Bewertung vor, ob die dargestellten Maßnahmen den Anforderungen der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UNGPs), des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) sowie des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) entsprechen. Ziel ist vielmehr, die Machbarkeit eines menschenrechtlichen Sorgfaltsmanagements zu zeigen und Unternehmen Anregungen für die eigene Umsetzung zu bieten.

Die aufgeführten Praxisbeispiele dienen ausschließlich zu Lernzwecken und stellen keine Unterstützung der einzelnen Unternehmen dar. Sofern nicht anders angegeben, werden keine offiziellen Positionen der Vereinten Nationen oder der deutschen Bundesregierung wiedergegeben.

  • L’Oréal Group

    Responsible Mica Initiative

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  • L’Oréal

    Risikoanalyse für die Bergamottenlieferkette

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